Apr 012013
 

Sehr geehrter Herr Resasade,
ich habe Hochachtung vor Ihrem Wissen und Engagement, Dialog und Reflektion sind die besten menschlichen Tugenden. Es ist höchste Zeit für alle Religionen und menschliche Gemeinschaften schon aus Eigennutz eine Kultur des Respekts und der Friedfertigkeit in ihrer Gemeinschaft einzuführen und zu pflegen. Im Volksmund sagt man, leben und leben lassen. Die einzige mir bekannte Gemeinschaft, der dies gelungen ist, sind die Buhdisten.
Fangen wir chronologisch an: dem Judentum kommt der Verdienst zu die Zehn Gebote im Mitten der Barbarei erfunden zu haben. Das Zivilrecht und Wiedergutmachungsrecht und andere moderne Errungenschaften kommen aus dem Judentum. Als” Dank” wurden Juden in fast allen Kulturen diskriminiert und verfolgt. Dies mündete in europa, genauer in Deutschland in der Shoa. Auf den Konflikt Israel/Palästina kann ich leider hier nicht eingehen, dazu ist sie zu komplex.
Das Christentum hat sich im Laufe der Jahrhunderte als höchst intolerant erwiesen. Eine Blutspur -in Nord- und Südamerika, über 19 Millionen Indianer wurden getötet, eine ganze Kultur vernichtet- Inquisition, Hexenverbrennung, etc. Das Christentum wurde notgedrungen nicht von innen reformiert, sondern passte sich der Neuzeit und der Industrialisierung an. Der große protestantische Reformator Luther, war ein ausgesprochener Antisemit, er hat aus taktischen Gründen die unterdrückten Bauern fallen gelassen und sich mit ihren Unterdrückern den Fürsten verbündet.
Der Islam hat seine Verbreiterung fast ausschließlich durch Kriege und auch durch Sklaverei von Westafrika bis Indonesien druchgesetzt. Was bleibt ist einzig und allein die Kultur und das haben Religionen wahrlich für sich nicht gepachtet. Säkulare Richtungen werden da völlig am Rand gedrängt.
Der Iran heute, ein islamisches Land braucht meines Erachtens keine Religion. Iran hat soviel Kultur und Kulturschätze, die Religion hat kein Jota zum Fortschritt beigebracht, sondern stets den Fortschritt gehemmt und gebremst. Omar Chaijam war meines Wissens ein antiklerikaler Gelehrter. Er wußte warum. Schon seit dem Beginn des Islams ging es besonders brutal um Nachfolge und Macht, es ging immer um Hierarchie und nicht um Brüderlichkeit, von Schwesterlichkeit ganz zu schweigen.
Mohammed als Siegel der Propheten, wie will man das denn reformieren?
Der Glaube kann nur Privatsache sein, so bald er institutionalisiert wird, degeneriert er zur Macht und Machtmißbrauch.
Die Bahai Religion, die für sich in Anspruch nehmen möchte modern zu sein, Gleichberechtigung von Mann und Frau- Frauen können nicht für den höchsten Organ, Universale Haus der Gerechtigkeit gewählt werden – etc., hat allem eine Krone aufgesetzt. Die ganze Welt ist Zeuge, wie religös definierte Staaten jede Menge Konflikte generieren. Die Bahai Religion strebt an, die ganze Welt soll zur Bahai Religion bekehrt und missioniert werden. Die Lösung allein ist schon da das Problem. eine wahrlich gruselige Vorstellung, die Georg Orwell sogar übertrifft.
Wir Menschen sind offensichtlich das Problem, höchst anfällig für totalitäre Systeme, dessen Opfer wir selbser sind.

Erziehung zur Friedfertigkeit und Respekt, das ist der einzige Maßstab und Visitenkarte einer Gemeinschaft. Schafft man dies glaubhaft im Islam, im Christentum zu implementieren?
Bisher sehe ich ehrliche Bemühungen von Einzelnen gutgewillten und Intellektuellen, aber keineswegs von Institutionen.

 

Nachtrag zu meinen Ausführungen:
ich möchte nicht mißverstanden werden, niemand darf wegen seines Glaubens, diskriminiert, kriminalisiert, inhaftiert, unterdrückt, verfolgt, inhaftiert und gar hingerichtet werden, auch nicht im Iran.
Das Apostatengesetz im Iran ist nicht nur nach internationler Maßstab unakzeptabel.

Ba drud
E. Yamini

 Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)